Erwartungen

Ich denke, Erwartungen werden an jeden von uns gestellt und wir erwarten auch mal was von anderen.

Was ist mit den Fällen, in denen man so gern den Erwartungen der anderen gerecht werden würde, aber es einfach nicht kann? Ich für meinen Teil fühle mich dann mies, schuldig und einfach nur... bäh. Weil ich meinen Gegenüber, der mich ja mit einer gewissen Erwartungshaltung ansieht, enttäusche. Jedenfalls kommt es mir so vor.

Gut, könnte man jetzt sagen, ja und? Enttäusch doch. Oder erfülle die Erwartungen einfach nicht. Schraube dein Gefühl herunter, dass du ständig die Erwartungen anderer erfüllen musst oder kannst.

Wenn das mit dem "Herunterschrauben" immer so einfach wäre... Für mich ist es das definitiv nicht. Ich habe schon große Erwartungen an mich selbst, und dann kann ich nicht schon andere enttäuschen.

Mein Fehler? Ja, stimmt. Gebe ich euch recht. Nur ich kann das ändern, nur weiss ich leider nicht wie.

Erwartungen werden täglich an mich gestellt. Ob es im Büro ist: zu funktonieren, alles zu koordinieren, zu delegieren, immer mit einem freundlichen Lächeln im Gesicht bitte, meinen Chef den Rücken zu stärken und von lästigen Sachen freizuhalten. Aye Sir, mach ich glatt, Sir. *lächel*

Privat sieht die Sache noch komplizierter aus. Meine Mutter ist nicht gerade psychisch die stabilste (ok, ich auch nicht, aber das gehört mal eben hier nicht hin), also heisst es: Lächeln, stark sein, Probleme? Ich? Nein, Mutti. Mir gehts toll. (siehe auch Beitrag Masken).

Hab ich mal einen glorreichen Tag und fühl mich einigermaßen stark und ich besuch dann meine Eltern, kann ich 100 % davon ausgehen, dass spätestens nach 10 Minuten der Spruch kommt: Mach ein anderes Gesicht, zieh nicht so ne Schnute, wie siehst du eigentlich wieder aus?

Ok.... *schluck* a) ich hab immer so ein Gesicht, Verzeihung. Ich wurde damit geboren.

b) Ich zieh keine Schnute, du hast mir nur grad was zu Essen aufgedrängt und ich bin zu höflich, es abzulehnen.

c) Meine Frisur geht dich einen Dreck an, wenn sie dir nicht gefällt, guck weg.

Aber gerade c) ist es, was mich zum Beispiel jedesmal auf die Palme bringt. Ist es nicht meine Sache, ob ich mir meine Haare wachsen lasse, ob ich sie mir lila-gelb getupft färbe? Anscheinend nicht. Jedenfalls nicht, wenn es nach meiner lieben Familie geht: "Kind, du MUSST unbedingt zum Frisör. Komm, ich ruf an, ich mach dir nen Termin." Ich meine, HALLO????, ich bin eine Frau von Mitte 30 und gehe 40 Stunden die Woche arbeiten... Kann ich bitte selbst entscheiden, ob und wann ich zum Frisör gehe? Nein, es wird von mir erwartet (jedenfalls meine Ma tut das), dass ich ihr dankbar bin, weil sie mich darauf hingewiesen hat, dass IHR meine Frisur nicht gefällt. Danke, Mäm... schönen Dank auch.

Aber es wird schon von mir erwartet, dass ich dann bitte die starke und lächelnde Frau sein soll, die ihr Leben im Griff hat. Gut, was tut man nicht alles für seine Eltern? Ich eine ganze Menge.

Freunde: Ich weiss, sie erwarten nicht viel von mir. Sagen sie jedenfalls. Stimmt aber nicht, jedenfalls kommt es anders bei mir an. "Rede doch mal"... mit einem kleinen aber feinen Unterton der Erwartung und der Vorwurf ... Darauf angesprochen, bekomm ich dann nur: "Nein, ich erwarte nichts von dir! Und ich mach dir auch keine Vorwürfe! Aber..."

Wenn ihr nichts von mir erwartet, mir keine Vorwürfe macht, warum dann bitte dieses kleine aber gemeine Wörtchen "ABER"?

Ich kann Euren Erwartungen nicht gerecht werden, ich kann es einfach nicht. Mir fehlt dazu mittlerweile einfach die Kraft, Kraft die ich brauche, um überhaupt noch irgendwie über den Tag zu kommen. Es wird immer schwerer für mich, den Schalter für dieses dämliche Lächeln zu finden, das irgendwie jeder tagsüber von mir erwartet.

Es wird Tag für Tag schwerer, überhaupt Luft holen zu können, weil ich das Gefühl habe, dass mir jemand ein Korsett viel zu eng schnürt. Ein Klotz, der irgendwie wächst, der mich kaum atmen lässt.

Es kostet mich einiges an Überwindung, wenigstens die von mir an mich gesetzten Erwartungen zu erfüllen. Und selbst das schaffe ich nicht mehr.

Ich glaube schon, dass es langsam aber sicher an der Zeit ist, einen Schritt weiter zu gehen, aber auch das ist eine Erwartung von mir an mich selbst, zu der ich mich noch nicht zwingen kann.

Bitte, erwartet auch ihr alle nicht zu viel von mir, ich kann es euch nicht immer recht machen.

Ich bin so gern für meine Freunde da, die selbst ihre Probleme haben. Ich wäre die letzte, die einen von ihnen hängen lässt. Ich würde mir ein Bein für sie ausreissen, mich zerteilen lassen, alles würde ich für meine Freunde tun. Alles... nur, bitte erwartet nichts von mir!

 

17.11.06 10:11, kommentieren

Masken


Ich glaube, jeder hat so seine 1 - 10 Masken immer dabei oder irgendwo rumfliegen. Sind ja auch überaus nützliche Teile, jaja.

Ich find meine ganz klasse. Morgens, bevor ich die Bürotür aufschließe, schnell die Maske aufgezogen und man ist die selbstbewusste, verantwortungsbewusste, lustige Kollegin, die jeder in diesem Bau hier kennt.

Fällt nach Feierabend die Bürotür hinter einem ins Schloss, spätestens aber allein im Auto, fällt diese Maske von ganz allein ab. Ich für meinen Teil bin dann zum zweiten Mal an einem Tag nahe dran, rechts ranzufahren, und einfach loszuheulen.

Was lag heut an? Ach ja, noch schnell eben bei seinen Vorfahren (auch Eltern genannt) vorbei. Bevor man da aus dem Auto steigt, nach der passenden Maske kramen, ha! Da ist sie, Maske Typ: "direkt von der Arbeit, gestresst, aber trotzdem noch gut drauf und mir gehts prima!".

Hat man diesen Besuch hinter sich gebracht (und die Maske hat wie immer gehalten, wie dieses blöde Haarspray aus der Werbung) kann man zum eigentlich interessanten Teil des Abends übergehen.

Zuhause angekommen: alle Masken fallen erst mal auf den Boden und ich auf's Bett. Wenn dann noch das Telefon klingelt, fix aufs Display geschaut, Halbmaske auf (reicht ja, der Gesprächspartner sieht mich ja nicht), und weiter geschauspielert. Auch diese Hürde ist genommen, dieses Mal auch wieder erfolgreich! Hey, wann bekomm ich den Oscar für meine Kunst?

PC anknipsen, Skype & ICQ fahren hoch, Halbmaske liegt schon griffbereit. Man weiss ja nie, wer schon so online ist, von Freunden und Bekannten... Also ist Vorsicht besser als Nachsicht, man will ja niemanden beunruhigen und so.

Vor allem will man keinem erklären müssen, das man sein momentanes Tief gar nicht so einfach erklären kann... Ich kanns ja nicht mal aufschreiben....

Naja, hat man einen Abend nebst Skype, ICQ und einem MMORPG (und seiner unverzichtbaren Maske) hinter sich gebracht, kann man zum Einschlafen (wenn man denn schlafen kann) getrost wieder alles in die Ecke knallen.

Und wenn am nächsten Morgen der Wecker wieder beim Lesen stört, kann man die Masken für den Tag auch schon mal rauslegen, während man sein eigentliches Gesicht am liebsten im Spiegel einschlagen möchte.

Ich find Masken toll....

16.11.06 16:10, kommentieren

Regen und so ...


Regen - flüssiger Niederschlag bei Tropfendurchmessern über 0,5 mm (sonst → Nieseln). Die größten Regentropfen haben etwa 7 mm Durchmesser, noch größere Tropfen zerplatzen nach kurzer Fallstrecke. Die größte Fallgeschwindigkeit liegt bei 8 m/s. Regen wäscht die Luft aus. Neben dem Staub löst er auch Sauerstoff, Stickstoff, Kohlensäure, Schwefelsäure und Salpetersäure. Dadurch fördert er die Verwitterung von Gesteinen und wirkt als Dünger. Diese Beimengungen können so hoch konzentriert sein, dass er sich färbt (gelber Schwefelregen, roter Blutregen). Nach dem Regen ist auch die Pollenkonzentration der Luft reduziert. Starker Regen führt zu Regenerosion des Bodens, aber auch an Maschinen (z.B. Flugzeugflügel), lang anhaltender Regen kann zu Vernässung führen.

In zahlreichen Kulturen, insbesondere solchen in von Dürre und Trockenheit geplagten Gebieten, wurde der Regen geradezu mythisch verehrt. Vielfach versuchte man dem erhofften Niederschlag durch magische Praktiken nachzuhelfen, ein Beispiel hierfür sind die Regenzauber und Regentänze verschiedener afrikanischer und indogener Völker.

Auch in China war der Regen das Symbol für Fruchbarkeit und Zeugung. Nach alter mythologischer Vorstellung erzeugte ihn der Drache mit Hilfe von Bällen. Unter "Wolken-und-Regen-Spiel" verstand man die geschlechtliche Vereinigung.

Regen ...
rain (engl.) pluie (franz.) pioggia (ital.) lluvia (span.) deszcz (poln.)

..........

Soviel zu den wissenschaftlichen/kulturellen Aussagen zum Regen... hier meine eigenen:

Ich unterscheide zwischen schönem Regen, blödem Regen und saublödem Regen.

Schöner Regen ist für mich ein Sommergewitter, richtig schön warm, dicke Platschetropfen. Da macht es mir nichts aus, auch richtig nass zu werden.

Blöder Regen = dieser ganz normale Regen, wenn man zuhause oder im Büro sitzt, der gegen die Fenster (meist frisch geputzt) pladdert und die Welt grau in grau erscheinen lässt.

Saublöder Regen = Nieselregen (auch Sprühregen) ... Meist dann, wenn man mit frisch gewaschenen und sorgfältig geföhnten Haaren aus der Haustür tritt. Oder wenn man sonst irgendwie definitiv nicht auf dieses nasse Zeug eingestellt ist.

Da oben steht was von Vernässung... ja, genauso fühlt man sich, wenn man durch einen Nieselregen gerast ist. Das Zeug kriecht ja echt überall hin. Und dann mag ich den Regen so überhaupt nicht mehr.

Das veranlasst mich immer dazu, mich in Träumen von meiner Couch, einer Tasse Tee und einem guten Buch zu verlieren. Auf jeden Fall wäre ich dann lieber zuhaus im warmen, als z.B. wie jetzt im Büro herum zu sitzen.

Mhmh... Ich harre einfach mal der Dinge, die da kommen...


ich

1 Kommentar 13.11.06 10:46, kommentieren

Winter

Jedes Jahr auf's Neue ... Wintereinbruch in Deutschland... ich mag diese Jahreszeit so überhaupt nicht.

Viel zu kalt, zu nass, zu dunkel... erwähnte ich die Kälte schon?

Die Rüsselseuche lässt mit Sicherheit nicht mehr lang auf sich warten. Ganz sicher nicht... Ich bin nicht wehleidig, aber das nervt einfach nur. Taschentücher, diverse Tee's, Halslutschtabletten, gute Ratschläge von allen Seiten... toll... ganz toll.

Dieser Freitag fing schon blöde an... der Wecker klingelte. Ok, das tut er jeden Werktag, aber heute war es nur nervig, weil ich mich fürchterlich erschrocken hab, hab ich doch so nett gelesen. Schlafen? Ähm... ja, in der Zeit von 23.30 Uhr bis ca. 1 Uhr... Danach beschloss mein Körper, nö - ich schlaf nicht mehr. Also, Buch rausgekramt und bis zum erschreckenden Weckerklingeln lesen.

Gemütlich wars jedenfalls. Meine Dusche auch. Schön warm. Draußen dann nicht mehr. Ich haste jedenfalls zu meinem Autochen, mh... Scheiben ganz beschlagen.

Schnell die Probe mit dem Finger - gut, nur nass, nichts gefroren. Mit einem erleichternden Aufseufzen sich in das eiskalte Auto setzen, Seitenscheiben einmal runter und wieder hoch, linken Aussenspiegel trockenputzen, man will ja schließlich sicher seine Fahrt antreten.

Den Berg heruntergerollt, an der roten Ampel wieder stehen geblieben, mh... Frontscheibe... mh... Scheibenwischer! Gaaaaaaanz schlechte Idee.

Als ich dann mal lustig auf die Hauptstraße abbog, schmiss ich neben dem Blinker auch noch den Scheibenwischer an ... anschließend sofort Blinker rechts - Warnblinkanlage... Was vorher noch als dicke Wassertropfen auf meiner Frontscheibe war, hatte sich durch den Scheibenwischer schön dünn verteilt und gefor vor meinen Augen zu einer Milchglasschicht. Blindflug am frühen Morgen.

Fluchend hab ich dann erst mal meinen Eiskratzer gesucht - klar, was macht der auch im Fußraum hinten? Scheibe war schnell freigekratzt, war ja nur ne dünne Schicht. Aber dafür hatte ich anschließend wieder eiskalte Pfoten.

Dann der übliche Stau auf der Autobahn - *seufz*. Ist man (frau) ja gewohnt. Nerven tut es mich trotzdem.

Vor allem wenn mir kalt ist!

Bis auf dieses erste kleine Wintererlebnis war es an sich dann doch ein sowas von normaler Freitag... Langweilig. Mal sehen, wie der Abend noch wird. Vielleicht passiert ja noch was... so ein Meteor im Garten oder so...

Biba... ich 

1 Kommentar 10.11.06 18:22, kommentieren

mh... manch ein Dreibein ...

Warum ....

... verlangen Dreibeine immer, das man mit ihnen redet, wenn sie einem eh nicht wirklich zuhören?

... reden Dreibeine so oft um den heißen Brei, wenn sie mit wesentlich weniger Worten schneller eine Aussage erzielen könnten? Männer, ihr seid doch sonst so redefaul... warum dann nicht auch dann, wenn es mal drauf ankommt, fixer zu reden?

... meinen Dreibeine immer sofort, man wäre "mies drauf", nur weil man mal nichts zu sagen hat?

... meinen Dreibeine, dass einem diverse Glückskeks-Weisheiten oder ähnliche "Goldene Blatt"-Sprüche helfen können, sein Leben in den Griff zu bekommen? Sie halten sich selbst ja auch nicht daran.

... versuchen Dreibeine einem nicht zu viel zuzumuten. Z.B. möchte man jemandem Dritten helfen, und prompt kommt ein Dreibein daher und mischt sich erst mal fröhlich ein, weil das ach so arme Weibchen ja eh schon genug Problemchen hat, die nicht noch gemehrt werden sollte. Also das Weibchen brav in diverse rosa Wattebäuschen packen, damit nix dran kommt.

... versuchen Dreibeine einem alles zu nehmen? Angeblich wollen sie uns doch alles geben. Dann lasst uns auch unsere Probleme oder Sorgen!

... warum halten Dreibeine Weibchen oft für zu schwach? Auch wir können eine Einkaufstüte tragen, wir können uns die Probleme anderer anhören, ja ... das können wir. Und in manchen Fällen könnten wir sogar besser helfen.

*überlegt kurz* Ich glaub, ich vertraue Dreibeinen zu viel. Ob das so eine gute Idee von mir war? *zweifel*

9.11.06 15:20, kommentieren

mein erstes Mal

*schaut sich erst einmal um*

Ganz schön leer hier. Und jetzt bin ich schon wieder an einem Punkt angelangt, wo ich mir sagen: Wenn du schon sonst jedem gegenüber die Klappe hälst, kotz dich wenigstens hier aus.

Als ich heute morgen zur Arbeit gefahren bin, wie immer mit schön lautgedrehtem Radio, berichteten sie über diesen Mistkerl, der dieses Mädchen missbraucht hat. 20 Stunden auf einem Gefängnisdach... Das erste, was mir durch den Kopf schoss: "die armen Polizisten und Psychologen, mussten 20 Stunden in dem Sauwetter stehen/sitzen, um dieses Ding da zu beruhigen. Ich hätte ihm gesagt, dass er sich beeilen soll mit dem Hüpfen, damit meine Schicht beendet wäre. Würde uns - den Steuerzahlern - jede Menge Kohle sparen, wenn dieses Ding einfach irgendwann unten aufgeschlagen wäre.

Aber... zwei Seelen wohnen ach in meiner Brust ... ihn so einfach davon kommen zu lassen? Nein... er hat einen Menschen auf eine Weise verletzt, wie es sonst nur schwerlich möglich ist zu verletzen. Die Narben der Seele werden nie wieder verschwinden, bei diesem Mädchen. Egal, ob die Erinnerung an das Erlebte schwindet ... sie wird immer einen Stein mit sich herumtragen - bewusst oder unbewusst.

Und ich weiss, wovon ich rede. Auch ich trag seit 20 Jahren diesen Stein mit mir herum.

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Wort des Tages: Mauer

Was assoziiere ich mit dem Wort?

Angst - Ablehnung - Schutz - Gefühle - Selbsttäuschung und Selbsthass

 

 

17.11.06 10:16, kommentieren