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Fernweh

So ein- bis zweimal im Jahr erwischt es mich. Ich kann mich verkriechen, verstecken, auf den Kopf stellen… es erwischt mich trotzdem. Das Fernweh. Ein Sehnen nach Sonne, dolce far niente, abschalten, Meeresrauschen. Dieses Gefühl, einfach hinaus zu müssen. Weg zu wollen … einfach los, egal wohin, Hauptsache woanders.

 

Und während vor meinem inneren Auge ein tiefblauer Himmel, eine dicke fette Sonne und ein schimmerndes Meer vorbeiziehen, macht es „puff“ und da ist ein kleines dickes Wölkchen, was sich unaufgefordert vor die Sonne schiebt. Es plustert sich auf, verdeckt den schönen blauen Himmel, wirft einen hässlichen Schatten auf mich und ich blicke zu dieser Wolke.

 

Sie wächst sich aus zu einem Monsterwolkenberg und dann flammt darin auch noch mein Kontostand auf.

 

Das ist dann der Moment, in dem eine Nadel kommt, in meine wohlgeträumte Seifenblase piekt und es macht „pitsch“ und ich guck wieder nur raus und sehe aus meinem Bürofenster in einen trüben Tag. Ziemlich ernüchternd.

 

Zurück bleibt dieses Fernweh. Wie teuer ist wohl ein One-Way-Ticket nach „irgendwo“?

 

Wie sagte ein Familienmitglied? Mach doch Urlaub zuhause, ist doch auch schön. Jau, klasse. Mindestens einmal am Tag ruft dann irgendwer aus der Familie an, mindestens einmal die Woche das Büro. Mit tödlicher Sicherheit steht dann irgendwann ein Familienmitglied auf der Matte und meint, man könne den Urlaub doch auch nutzen, den Frühjahrsputz hinter sich zu bringen oder überhaupt mal irgendwas Sinnvolles machen. Auch toll… ich möchte einfach mal GAR NICHTS machen. Nicht denken, nicht arbeiten, nicht mich um irgendwelchen Schrott zu kümmern. Einfach nur die Seele baumeln lassen… obwohl, … sie baumelt ja schon, am Galgen. Jedenfalls fühlt es sich so an.

Vielleicht schaffe ich es ja doch, einmal ohne Wölkchen zu träumen. Und vielleicht.... ja, vielleicht... komm ich irgendwie mal hier raus.

 

 

4 Kommentare 16.3.07 09:42, kommentieren