Stille

... kann schön sein, wenn man nicht allein ist.

... kann man hören. Wenn nur der Wecker tickt, die Regentropfen gegen die Fenster klopfen. Oder man den Wind hört, wie er durch die Bäume rauscht.

... ist wunderschön, wenn man das Atmen einer lieben Person neben sich hört, die Wärme spürt, mit allen Sinnen bewusst lebt.

... ist grausam, wenn man allein ist. Dann wird der Wecker zum Taktgeber, der Wind hört sich ungemütlich an und der Regen sagt einem, du bist allein.

Die Stille zu genießen, nach einem hektischen Tag zum Beispiel, fällt mir schwer. Diese Stille ist wie ein Gewicht, was einen erdrückt. Selbst das Radio kann sie nicht verdrängen... ich höre immer noch den Wecker ticken... höre den Wind, den Regen... das Nichts.

Manchmal denk ich, sie macht sich lustig über mich. Sie kommt angeschlichen und hüllt mich ein. Und die beste Freundin der Stille ist die Einsamkeit. Sie bringt sie meist gleich mit. Ich bin allein, sie zu zweit... ich komme nicht dagegen an. Egal, ob ich das Radio lauter dreh, meine Freunde im Skype höre... sie ist da und sie ist so laut.

Ständig saust sie einem um den Kopf und flüstert "du bist allein, und ich bin da... Du bleibst allein und ich werde deine Begleiterin sein. Du kannst mich vertreiben, denn du bist schwach und das weiss ich".

In den Momenten fühl ich mich klein und hilflos. Möchte mich verkriechen, mich der Stille hingeben, aber sie auch bekämpfen, aus meinem Dunstkreis vertreiben. Sie nicht mehr hören wollen, sie und ihre schwarze Freundin Einsamkeit verjagen, auf das sie nie mehr wiederkommen.

Und dann schließe ich die Augen, nehm mich zusammen und ... in dem Moment erwischt sie mich eiskalt. Und ich lasse mich fallen und bin geschlagen.

 

22.11.06 08:03

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