Eine neue Gattung

Naivität

 

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Das Wort ist dem französischen "naïf" (=kindlich, ursprünglich, einfältig, harmlos, töricht) angelehnt bzw. kann als eine verkürzte, in den allgemeinen Sprachgebrauch übergangene Form von "nativ(e)" (=gebürtig, ursprünglich) angesehen werden.

Im Allgemeinen werden Menschen als naiv bezeichnet, denen die notwendige Einsicht in Ihre Handlungen fehlt und über einen begrenzten geistigen Horizont verfügen. Oft gilt naiv als Synonym für leichtgläubig, leicht verführbar, unwissend oder ungebildet.

Wie es die Definition andeutet, sind es hauptsächlich Kinder, die naiv sind. Während die kindliche Unvoreingenommenheit und Unverfälschtheit noch von vielen als positiv, sogar als rein und unschuldig angesehen wird, gilt sie bei einem Erwachsenen als ernsthafter Charakterfehler, als geistige Beschränktheit. Hier tritt sie oftmals in Gefolge von
Arroganz und Narzissmus auf.
 
Eine Besonderheit ist die/der naive Geliebte oder Partner(in). Durch seine/ihre kindliche Art ist sie/er zu Beginn einer Beziehung äußerst reizvoll und anziehend. Diese Beziehungen gehen jedoch meistens über die erste Phase der Verliebtheit nicht hinaus, da eine Weiterentwicklung einer Beziehung vor allem auf der persönlichen Reife und Reifung der Beteiligten aufbaut, zu dem diese(r) nicht bereit oder fähig sind. Werden die Erwartungen eine/r(s) naiven Geliebten nicht erfüllt, folgt Verbitterung. So schlägt nicht selten die Verliebtheit in Hass, die Freundlichkeit in Aggression, die Harmlosigkeit in extreme Hinterhältigkeit um.

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Hieraus leite ich das Wort „Naivling“ ab.

Frei nach dem berühmten Tierforscher Bernhard Grzimek beschreib ich ihn mal:

In der freien Wildbahn relativ häufig vorkommend, verfügt der Naivling über das Talent, seine Mitmenschen, die eng mit ihm befreundet sind, in Raserei zu bringen. Vorwiegend mit dem Spruch: „Was ist denn? Ich hab nichts gemacht!“

Naivlinge sind von den anderen Gattungen der Spezies Homo Sapiens kaum zu unterscheiden. Erst wenn der Naivling den Mund öffnet, um zu sprechen, kann man ihn ziemlich schnell spezifizieren.

Auf seine Gattung angesprochen, wird der Naivling immer vehement bestreiten, ihr zuzugehören. Auch Beweise werden rigoros mit Füssen getreten. Selbst in einem Vier-Augen-Gespräch werden Defizite verharmlost, nicht eingesehen, diese Gattung stellt sich dann einfach tot. Das Lebensmotto des Naivlings („Ich hab nichts gemacht!" ) ist hier immer wieder anzutreffen.

Umso verwunderter sind diese putzigen possierlichen Naivlinge, wenn man ihnen dann brachial den ganzen Lattenzaun vor den Kopf hämmert. Dann schauen sie komisch, sind ziemlich sprachlos, manche scheinen sogar ihre komplette Sprachfähigkeit zu verlieren. Meist folgt dann auch hierauf die Reaktion des „Totstellens“ oder des „ich hab doch nichts gemacht!“ bis hin zur totalen Herausrederei. Auch diese Art der Kommunikation beherrscht ein Naivling. Ich wage zu behaupten, niemand ist so einfallsreich im Finden von Ausreden, wie ein Naivling.

Der Umgang mit Naivlingen:

Bislang noch unerforscht, da es ziemlich schwer für andere Gattungen Homo sapiensis ist, soviel Geduld aufzubringen, um hinter das Wesen eines Naivlings zu schauen.

Umwandlung eines Naivlings:

Der Bloggerin bislang nicht bekannt, ob ein solcher Fall schon mal beobachtet bzw. praktiziert wurde. Gerüchten zu Folge kann aber mit enormer Anstrengung des Naivlings sehr wohl ein positiver Erfolg zu verzeichnen sein. Allerdings bedeutet dies für den Naivling die Aufgabe seines Mottos „ich hab doch nichts gemacht!“. Die Forschungsreihe wird fortgesetzt …

 

 

29.1.07 13:24

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