Archiv

Temporäre Anomalien und scheue Wildtiere

Es gibt sie wirklich! Ehrlich, ich weiss wovon ich rede. Zeitlöcher und Lichtjahre. Mhmh… genau.

 

Zeitlöcher treten meist an Wochenenden auf oder an Feiertagen oder bei sonstigen arbeitsfreien Tagen. Da tut es z.B. Freitagabends einen Schlag und … BUMS… ist Sonntagabend und der berühmt-berüchtigte Montagmorgen steht schon wieder fast vor der Tür und klopft höflich an. Alle Versuche, ihn zu ignorieren, ihn zu überhören, scheitern kläglich.

 

Lichtjahre tauchen dann auf, wenn man auf etwas wartet. Dann kann ein Tag schon mal gut und gern wesentlich mehr als 24 Stunden aufweisen. Mindestens gefühlte 60 Stunden. Ernsthaft.

 

Beispiele aus meiner jüngsten Vergangenheit (Gegenwart/Zukunft):

 

Letztes Wochenend: Ich hatte mir einiges vorgenommen, beim Putzen meiner schnuckeligen Wohnung angefangen, über den Küchenabbau bei meinen Eltern mit anschließendem Putzen derselbigen alten Küche. Bei 30 Grad eine ganz nette Arbeit, da wir das Putzen dann auf die Terrasse verlegt haben, was zumindest zu einer gesunden Hautfarbe führte. Ratzfatz war der Samstag schon rum. Sonntag dann … ich hab mir gedacht, ich nutze die Gelegenheit und probier ein letztes Mal meine eigene „Terrasse“ aus (2x2 m – wenn’s gut geschätzt ist). Ich glaub, ich hab 5 Min. in der Sonne gelegen, als es einen „schwupp“ tat, die Uhr von 12 Uhr mittags auf 19 Uhr abends hüpfte und irgendwie der Sonntag auch schon wieder rum war.

 

Typischer Fall von Zeitloch!

 

Diese Anomalie setzte sich am Montag weiter fort. Allerdings in die entgegen gesetzte Richtung. Ich werde ja zum 01.05. eine neue Wohnung beziehen und fiebere zur Zeit nur dem Tag entgegen, an dem mir der Schlüssel für das arg renovierungsbedürftige Teilchen ausgehändigt wird und mein Schatz endlich mal wieder auftaucht. Diverse Telefonate am gestrigen Montag und heute ergaben, dass ich frühestens zum 26.04. die Schlüssel bekomme. Jedenfalls ist dann die Wohnungsübergabe vom Vormieter an Vermieter geplant. Ich hab mich da einfach eingeklingt und dem Vermieter verklickert, dass ich dann auch auf der Matte stehe, dann könne man das ja alles in einem Abwasch erledigen. Mylady Vermieterin klang zwar nicht sonderlich begeistert, fügte sich aber meiner Logik.

 

Dann kam noch hinzu, dass mir mein Schatz gestern eröffnete, doch noch die Gelegenheit zu haben, am Freitag seinen Sprössling zu sehen und er erst frühestens Samstag die Reise nach Norden antritt. Zwei Seelen wohnen ach in meiner Brust…. Sicher gönne ich es ihm von Herzen, nur hätte ich ihn genauso gern schon bei mir gehabt. Da er zur Zeit auch nur dumm bei sich herumhängt, und wartet, dass die Zeit verstreicht. Irgendwie ungerecht.

 

So sitzen wir beide in unseren einsamen Wohnungen herum und warten darauf, dass es später wird. Lichtjahre …. So wird aus einer Minute eine gefühlte Stunde usw.

 

Es frustriert. Ich bin frustriert. Und ich merke, dass mich eine Abart von obigen Phänomenen langsam aber sicher einholt. Das „schwarze Loch“… es zieht mich schon wieder zu sich herunter, verschluckt alles Licht und alle Freude. Ich bin nur noch da, aber hab jetzt im Moment weder wirklich Freude an dem was kommt noch bin ich zu einer sonstigen aktiven Gefühlsregung fähig. Man könnte mich grad mal mit einem Reh vergleichen, welches von Autoscheinwerfern geblendet wird und nur blöd dasteht und glotzt. Nur glotz und steh ich nicht. Ich sitz meist nur da und … na ja, fühl mich blöd, leer und einsam.

1 Kommentar 17.4.07 10:30, kommentieren

Fernweh

So ein- bis zweimal im Jahr erwischt es mich. Ich kann mich verkriechen, verstecken, auf den Kopf stellen… es erwischt mich trotzdem. Das Fernweh. Ein Sehnen nach Sonne, dolce far niente, abschalten, Meeresrauschen. Dieses Gefühl, einfach hinaus zu müssen. Weg zu wollen … einfach los, egal wohin, Hauptsache woanders.

 

Und während vor meinem inneren Auge ein tiefblauer Himmel, eine dicke fette Sonne und ein schimmerndes Meer vorbeiziehen, macht es „puff“ und da ist ein kleines dickes Wölkchen, was sich unaufgefordert vor die Sonne schiebt. Es plustert sich auf, verdeckt den schönen blauen Himmel, wirft einen hässlichen Schatten auf mich und ich blicke zu dieser Wolke.

 

Sie wächst sich aus zu einem Monsterwolkenberg und dann flammt darin auch noch mein Kontostand auf.

 

Das ist dann der Moment, in dem eine Nadel kommt, in meine wohlgeträumte Seifenblase piekt und es macht „pitsch“ und ich guck wieder nur raus und sehe aus meinem Bürofenster in einen trüben Tag. Ziemlich ernüchternd.

 

Zurück bleibt dieses Fernweh. Wie teuer ist wohl ein One-Way-Ticket nach „irgendwo“?

 

Wie sagte ein Familienmitglied? Mach doch Urlaub zuhause, ist doch auch schön. Jau, klasse. Mindestens einmal am Tag ruft dann irgendwer aus der Familie an, mindestens einmal die Woche das Büro. Mit tödlicher Sicherheit steht dann irgendwann ein Familienmitglied auf der Matte und meint, man könne den Urlaub doch auch nutzen, den Frühjahrsputz hinter sich zu bringen oder überhaupt mal irgendwas Sinnvolles machen. Auch toll… ich möchte einfach mal GAR NICHTS machen. Nicht denken, nicht arbeiten, nicht mich um irgendwelchen Schrott zu kümmern. Einfach nur die Seele baumeln lassen… obwohl, … sie baumelt ja schon, am Galgen. Jedenfalls fühlt es sich so an.

Vielleicht schaffe ich es ja doch, einmal ohne Wölkchen zu träumen. Und vielleicht.... ja, vielleicht... komm ich irgendwie mal hier raus.

 

 

4 Kommentare 16.3.07 09:42, kommentieren

Mut, Kraft, Glück?

An Tagen wie diesem wünschte ich mir ein wenig mehr Mut, ein wenig mehr Kraft oder ein wenig mehr Glück.

Mut, um endlich gegen diesen verführerisch stehenden Brückenpfeiler zu rasen.

Kraft, um den ganzen elenden Mist doch irgendwie durchzustehen.

Glück, um aus diesem Mist komplett herauszukommen.

Ich fahr heut morgen frohen Mutes zur Bank, um am Bankomat ein bisserl was von dem Zeug zu holen, ohne das nun mal nichts läuft. Dürfte ja kein Thema sein, Gehalt ist drauf. Ich schrubbel also meine Karte in das Ding, drück meine vierstellige Nummer, dann den von mir gewünschten Betrag: „Keine Auszahlung möglich!". Ich sorge bei den Bankmitarbeitern beim Auswerten der Videoüberwachungsbänder sicherlich für Hochstimmung, wann sonst sieht man ein soooo dummes Gesicht vor dem Geldautomaten. Ich runzle die Stirn, schieb meine Karte wieder in das Teilchen, drück diesmal auf Kontostand: Guthaben… vierstellig… Frei verfügbar: 0,00. Ah jaaaa… klasse, Kontopfändung, ja?

Ok, hätte gern nur vorher Bescheid gewusst, was gepfändet wird. Aber nein, irgendwie haben die behördlichen Stellen das wohl verpeilt. Ziemlich geschockt schlurf ich wieder zu meinem Auto, bevor ich meinen Heulflash bekomme. Ich denk an Miete, die Rate fürs Haus, an laufende Kosten und an mein leeres Portemonnaie.

35 Kilometer bis zur Arbeit, zwischendurch denk ich sogar dran, dass ich an Ampeln wenigstens nicht zum Seitenfenster rausschau. Der neben mir guckt schon komisch… Ne verheulte Frau im Auto, ich möchte ihn anschreien. Der sitzt in seiner Bonzenkarre, und hat wahrscheinlich nie darüber nachdenken müssen, wo er was zu essen herbekommt. Oder wie er die Miete bezahlen soll…

Dann kommen mir immer wieder die Worte meiner Mäm wieder ins Ohr: Dein Vater war ein Taugenichts, ein Schwein, der hat die EV abgegeben, der hat kein Geld. Bin ich froh, dass du nicht nach deinem Vater kommst… Tja, Mutsch… wenn du wüsstest. Aber reden kann ich mit dir nicht, ich könnt dir ja das günstige Wohnen in meinem mir aufgedrängten Hauseigentum vermiesen, oder den 2. oder 3. Jahresurlaub im sonnigen Süden, oder die neue Küche. Das einzige, was ich von dort zu hören bekomme, „du verdienst gut, also darfst du keine Probleme haben". Danke, hab ich aber trotzdem… trotz gutem Geld, wofür ich 40 Stunden in der Woche schaffe. Aber das „DARF" ja nicht sein, könnte einem ja die Laune vermiesen. Wenn ich in dem Moment, wo ich vor ihr stehe, nur den Mut hätte, zu sagen: Mutsch, ich hab keine Kohle, die pfänden mir das Konto oder mal das Gehalt, ich verkauf den Kasten. Ich möchte leben, nicht vegetieren… Ich gehe nur noch für meine Schulden arbeiten, von denen meine Eltern mir einreden wollen, es wären keine Schulden, das wäre meine Rente…

Und wenn ich mal nur eine Andeutung fallen lasse, beschwör ich gleich eine Familienkatastrophe herauf, mir wird das absolut schlechte Gewissen eingeredet und Schuld an allem bin ja eh nur ich.

An Tagen wie diesem wünsche ich mir dann doch mehr Mut …

28.2.07 08:39, kommentieren

Eine neue Gattung

Naivität

 

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Das Wort ist dem französischen "naïf" (=kindlich, ursprünglich, einfältig, harmlos, töricht) angelehnt bzw. kann als eine verkürzte, in den allgemeinen Sprachgebrauch übergangene Form von "nativ(e)" (=gebürtig, ursprünglich) angesehen werden.

Im Allgemeinen werden Menschen als naiv bezeichnet, denen die notwendige Einsicht in Ihre Handlungen fehlt und über einen begrenzten geistigen Horizont verfügen. Oft gilt naiv als Synonym für leichtgläubig, leicht verführbar, unwissend oder ungebildet.

Wie es die Definition andeutet, sind es hauptsächlich Kinder, die naiv sind. Während die kindliche Unvoreingenommenheit und Unverfälschtheit noch von vielen als positiv, sogar als rein und unschuldig angesehen wird, gilt sie bei einem Erwachsenen als ernsthafter Charakterfehler, als geistige Beschränktheit. Hier tritt sie oftmals in Gefolge von
Arroganz und Narzissmus auf.
 
Eine Besonderheit ist die/der naive Geliebte oder Partner(in). Durch seine/ihre kindliche Art ist sie/er zu Beginn einer Beziehung äußerst reizvoll und anziehend. Diese Beziehungen gehen jedoch meistens über die erste Phase der Verliebtheit nicht hinaus, da eine Weiterentwicklung einer Beziehung vor allem auf der persönlichen Reife und Reifung der Beteiligten aufbaut, zu dem diese(r) nicht bereit oder fähig sind. Werden die Erwartungen eine/r(s) naiven Geliebten nicht erfüllt, folgt Verbitterung. So schlägt nicht selten die Verliebtheit in Hass, die Freundlichkeit in Aggression, die Harmlosigkeit in extreme Hinterhältigkeit um.

....................................

Hieraus leite ich das Wort „Naivling“ ab.

Frei nach dem berühmten Tierforscher Bernhard Grzimek beschreib ich ihn mal:

In der freien Wildbahn relativ häufig vorkommend, verfügt der Naivling über das Talent, seine Mitmenschen, die eng mit ihm befreundet sind, in Raserei zu bringen. Vorwiegend mit dem Spruch: „Was ist denn? Ich hab nichts gemacht!“

Naivlinge sind von den anderen Gattungen der Spezies Homo Sapiens kaum zu unterscheiden. Erst wenn der Naivling den Mund öffnet, um zu sprechen, kann man ihn ziemlich schnell spezifizieren.

Auf seine Gattung angesprochen, wird der Naivling immer vehement bestreiten, ihr zuzugehören. Auch Beweise werden rigoros mit Füssen getreten. Selbst in einem Vier-Augen-Gespräch werden Defizite verharmlost, nicht eingesehen, diese Gattung stellt sich dann einfach tot. Das Lebensmotto des Naivlings („Ich hab nichts gemacht!" ) ist hier immer wieder anzutreffen.

Umso verwunderter sind diese putzigen possierlichen Naivlinge, wenn man ihnen dann brachial den ganzen Lattenzaun vor den Kopf hämmert. Dann schauen sie komisch, sind ziemlich sprachlos, manche scheinen sogar ihre komplette Sprachfähigkeit zu verlieren. Meist folgt dann auch hierauf die Reaktion des „Totstellens“ oder des „ich hab doch nichts gemacht!“ bis hin zur totalen Herausrederei. Auch diese Art der Kommunikation beherrscht ein Naivling. Ich wage zu behaupten, niemand ist so einfallsreich im Finden von Ausreden, wie ein Naivling.

Der Umgang mit Naivlingen:

Bislang noch unerforscht, da es ziemlich schwer für andere Gattungen Homo sapiensis ist, soviel Geduld aufzubringen, um hinter das Wesen eines Naivlings zu schauen.

Umwandlung eines Naivlings:

Der Bloggerin bislang nicht bekannt, ob ein solcher Fall schon mal beobachtet bzw. praktiziert wurde. Gerüchten zu Folge kann aber mit enormer Anstrengung des Naivlings sehr wohl ein positiver Erfolg zu verzeichnen sein. Allerdings bedeutet dies für den Naivling die Aufgabe seines Mottos „ich hab doch nichts gemacht!“. Die Forschungsreihe wird fortgesetzt …

 

 

1 Kommentar 29.1.07 13:24, kommentieren

Ein neues Jahr, der alte Dreck…

Nachdem es mich über Weihnachten und den Jahreswechsel mal so richtig hingeknallt hat (Nierenentzündung sei Dank), hat irgendwann mal der normale Wahnsinn wieder angefangen.

Ich stelle fest, das Frauen anscheinend sehr sehr komplizierte Wesen sein müssen, die in anderen Sphären kommunizieren. Jedenfalls versteht uns die Spezies Mann nur in den wenigsten Fällen. Selbst die sogenannten (und oft titulieren sie sich selbst so) „Frauenversteher" haben doch von Tuten und Pusten nicht wirklich Ahnung.

Einerseits möchte Gattung Mann alles ausdiskutieren oder zumindest bekommt man ständig den Spruch: „nun rede doch mit mir". Tief durchgeatmet, zum Reden angesetzt, drei vier Sätze abgelassen kommt sodann von ihnen der Spruch: „also, irgendwie versteh ich dich nicht, du bist kompliziert".

Redet man (respektive Frau) dann mal nicht mit den von uns geschätzten Dreibeinen, ist das natürlich auch nicht richtig. Ständig löchern sie einen und wenn man dann was sagt, ist es sicher nicht das, was sie hören möchten!

Ich bin ein wahrheitsliebender Mensch und spreche meine Gedanken oft genug aus. Auch eine Sache, mit der einige Dreibeiner nicht zurecht kommen. Weil es eben nicht immer die Gedanken sind, die sie von mir gern hören würden.

Ich halte mich auch für eine gute Zuhörerin, jedenfalls laden ziemlich viele Leute ihre Probleme bei mir ab. Person X (Dreibein) hat ein Problem mit Person Y (auch Dreibein) und bespricht es mit mir. Ich kenne X und Y gut, versuche diplomatisch zu vermitteln. Fehlschlag.

Personenkreis Z regt sich fürchterlich weiterhin über Person Y auf, macht sich über Y lächerlich, stänkert bei mir über Dreibein Y ab. Ich versuche, Person Y auf seine Defizite aufmerksam zu machen, zu sensibilisieren -à Fehlschlag.

Was im Endeffekt immer wieder dazu führt, dass ich als Problemmülleimer herhalte (ist ja an sich ok, aber ihr seid alle alt genug, klärt eure Probleme selbst!), als diplomatische Vermittlerin tätig werde (es zumindest versuche) und anschließend als blöde Kuh von Person Y betitelt werde, und ja, genau vor Personenkreis Z.

Ergo, bin ich jetzt wieder mal die „Böse", die nur das ausgesprochen hat, was Personenkreis Z nur denkt. Klasse! Schön, dass ich mich so gern zum Affen mache.

Sagt man dann auch mal Personenkreis Z die Meinung, sind auch eben diese angepisst und – siehe da! – auf einmal ist Y doch besser, als das unbequeme Auseinandersetzen mit Ms. Wahrheitsliebend.

Leute, ihr könnt mich alle mal… und das bitte kreuzweise.

24.1.07 14:00, kommentieren

Ich oder: Lernen

 

Lernen… Lernprozesse… doch, das ist es, was ich gerade versuche auf die Beine zu stellen. Und zwar auf meine.

Ich bin WER, und ich lerne gerade zu stehen… und zu laufen. Ohne ein, zwei sehr gute Freunde würde ich das nicht schaffen… aber ich glaube mittlerweile fest an mich.

Ich kann es schaffen, lernen… Ich lerne, frei zu denken. In andere Richtungen zu denken… und ich genieße es.

Die Gedanken sind frei, diesen Satz habe ich gerade in den letzten Tagen gelernt. Und es steckt soviel Wahrheit in ihm. Und ich lerne auch, wieder an mich zu glauben. Zu glauben, dass ich WER bin. Um es mit Rosenstolz zu sagen: Ich bin jetzt, ich bin hier, ich bin ich, das allein ist meine Schuld.

Es ist schwer und wird mir wohl auch noch einige Zeit schwer fallen, zu lernen, dass man Gefühle – egal welcher Art – zulassen darf und kann. Das irgendwo jemand ist, der ähnlich oder genauso denkt, und einem Halt gibt. Den Rücken stärkt, für einen da ist.

Ich las in den letzten Tagen auch so Sätze wie „ich gehe meinen Weg … allein“ … Sicher, kann man machen. Das geht auch eine lange Zeit lang gut. Nur belügt man sich ständig selbst. Ohne das man es merkt, oder sich dessen sogar bewusst ist.

Alleinsein und sei es nur im Inneren ist zeitweise ein schöne Sache… nur macht es krank. Angst essen Seele auf, hieß es mal. Alleinsein auch. Und irgendwann ist man an einem Punkt, wenn man dann ehrlich zu sich selbst ist, kotzt einen das Alleinsein an. Man wird eklig zu Freunden, versucht sie dazu zu bringen, einen zu hassen. Weil man sich im Grunde seines Herzens selbst hasst. Und spätestens da sollte man sich sagen: ICH BIN ICH…. das allein ist meine Schuld. Und es zulassen, dass andere mich auch als ICH sehen. Und siehe da… sie sind alle wieder da und sie stehen zu meinem ICH. Ob sie mich immer verstehen? Sicher nicht… aber ist das egal? Ja… weil auch das dazu gehört.

Gedanken sind frei… sie schweifen zu lassen, sich Dinge vorzustellen, die man immer tun wollte… sich gehen zu lassen, sich fallen zu lassen – und seien es nur die Gedanken…, manchmal folgen die Taten auf dem Fuße. Ja und? Ich lerne, sie zuzulassen… Gedanken wie Taten.

Meine Mutter hat mir vor ca. 28 Jahren ein Poesie-Album geschenkt, auf der ersten Seite war ihr Geschenk an mich, ihr Spruch für mich und mein Leben:

Träume nicht dein Leben, lebe deinen Traum!

Mama

Mehr stand dort nicht… Dieser Satz ist in meine Seele tätowiert. Wie Schatten auf der Haut…. Immer und überall bei mir… nur habe ich verlernt, auf ihn zu hören. Ihn zu lesen… Aber man kann es wieder lernen… Und ich stehe auf, lerne zu gehen, zu laufen, zu leben!

22.12.06 08:57, kommentieren

Dreibein - einmal anders herum

Ich lasse die Worte, die ich zugesandt bekam (ja, von einem Dreibein!), einfach mal für sich selbst stehen und kommentiere sie nicht

Warum..

... wollt ihr immer alles alleine schaffen? Ihr wollt uns nicht mit euren Problemen belasten? Eure Probleme belasten uns nicht, dass ihr nicht mit uns darüber sprecht, das belastet uns.

... lasst ihr euch nicht von den Dreibeinen helfen? Und wenn es nur eine Einkaufstüte ist.. Wir wissen selbst, dass wir euch nicht bei allem helfen können, aber wenn wir irgendeine Möglichkeit sehen werden wir sie wahr nehmen, sei es auch nur eine schwere Einkaufstüte..

... meint ihr, dass ihr unter allen Umständen versuchen müsst, jeglichen Schmerz von uns fern zu halten? Wir halten auch einiges aus. Was wir aber nicht aushalten ist den Spruch "es geht mir gut, es ist alles wunderbar" zu hören obwohl wir euch ansehen, dass es nicht so ist.

... wollt ihr nicht, dass wir etwas für euch aufgeben? Ihr haltet euch für nicht gut genug? Ihr meint ihr wärt es nicht wert? Lasst uns das doch bitte selbst entscheiden!

12.12.06 16:36, kommentieren